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Monate nach ihrem Auftritt im Schwarzen Adler
am 30.10.2005 stand das letzte und gestrige
Konzert im Zeichen von
Ana! Live In Amsterdam .
Beide Gigs wurden, im Unterschied zur CD/DVD-Einspielung,
ohne einen Keyboarder präsentiert.
Gespannt sein durfte man auf das, was uns
die gebürtige Belgraderin Neues zu bieten
hatte.
20.45 Uhr, das Saallicht ging aus: Drummer
Remco van der Slius und Bassist Ronald Jonker
betraten die Bühne. Beide rollten mit
einer furiosen instrumentalen Einleitung den
roten Teppich für die Blues Award nominierte
Gitarristin und Sängerin aus. Nach der
Ankündigung durch ihren Tourmanager wurde
sie mit stürmischem Applaus vom Publikum
begrüßt.
Die weiße Fender geschultert, sollten
sich die nächsten über 2 _ Stunden
zum Besten werden, was ich von der gerade
mal 30 Jahre 'alten' Künstlerin gesehen
und gehört habe.
Mit Nachdruck und Kompetenz, sowohl an ihren
Arbeitsgeräten als auch durch ihrer Stimme,
konnte man schon ins Nachdenken kommen, einen
vergleichbaren jungen Musiker oder eine entsprechende
Gitarristin und Sängerin aus ihrem Genre
auf den Plan zu rufen.
Dieser Gig entwickelte sich bereits vom ersten
Song an zu einem krönenden Abschluss
der diesjährigen Konzert-Saison.
Ob Rock, Funk oder Jazziges, alles hat seine
Wurzeln im Blues und Ana Popovic konnte diese
unterschiedlichen Musikrichtungen professionell,
immer mit der wichtigen persönlichen
Note, in ihre Musik integrieren.
Das Trio war eingespielt, ein kurzer Blickkontakt
mit den beiden Herren reichte aus, um zu verdeutlichen,
wo es lang ging.
Aber nicht nur das: Ronald Jonker war eine
echte Bereicherung bezogen auf das, was er
auf seinem fretless Bass und in puncto Bühnenpräsenz
bot. Ab und an, besonderes im zweiten Set,
schwang er den 'Taktstock' und was er ablieferte,
war nicht nur hörens- sondern auch sehenswert.
Selbstredend schmälerte das in keiner
Weise die hervorragende Rhythmusarbeit von
Remco van der Slius am Schlagzeug. Hochleistungs-Drumming!
Ob "Bigtown Boy" oder Howlin' Wolfs
"Sittin' On Top Of The World", beide
Songs staffierte die Bandleaderin mit Hammer-Slides
aus.
Eine glasklare Gitarre mit einem sehr gut
abgemischten Bandsound trug eindeutig zum
Gelingen des Konzertes bei.
»We're gonna rock this house«
verkündete sie und sollte Recht behalten
…
Kein Konzert ohne eine Jimi Hendrix -Nummer:
"House Burning Down". Auch das konnte
man getrost als Headliner zum gestrigen Konzert
zur Hand nehmen.
Mit drei im Set verteilten Songs der im März
erscheinenden CD, bot Ana einen verheißungsvollen
Vorgeschmack auf das neue Werk. Ana Popovic
nannte dabei keinen Song-Titel. Einer der
neuen Tracks ist sehr politisch, denn er rechnet
textuell mit dem Milo_evi_-Regime ab.
Neben den beiden elektrischen Gitarren lag
auch eine akustische im Koffer auf der Bühne.
Mit diesem Instrument wurde das zweite Set
eröffnet, wobei die Popovic den dritten
Song mit der elektrischen Gitarre beendete.
'Going back in time': Im zweite Teil des Konzerts
gab es, schön verteilt, immer wieder
Songs ihrer ersten CD "Hush". "Love
Fever" in völlig neuem Gewand, "Bring
Your Fine Self Home", auf dem Debüt
im Duett mit Bernard Allison gesungen, übernahm
Ronald Jonker diesen Part und erntete dafür
nicht nur Lob vom Publikum.
T. Bone Walkers "The Hustle Is On"
rundete den Rückblick gelungen ab.
Das instrumentale "Navajo Moon"
war der Oberkiller und die Steely Dan -Nummer
"Night By Night" konnte man abermals
genießen.
Es ging in die 'Verlängerung', denn die
Zugabe wurde vom Publikum mit heftigem Beifall
und lauten Pfiffen gefordert und ließ
auch nicht lange auf sich warten.
Ob ohne Mikro in der Mitte der Bühne
singend, elektrische Gitarre völlig ohne
Verstärkung spielend, akustische und
elektrische Slide, Show-Einlagen mit und ohne
den Mann am Tieftöner, Soli von allen,
Songs mit einer Länge von bis zu 10 Minuten:
Ana Popovic und ihre Band machten an diesem
Abend, in einer rauchfreien Atmosphäre,
alles richtig.
Ja, werte Leser und Leserinnen, dieses war
mein erstes Konzert, bei dem, durch mehrere
an den Saalwänden beppende rote Schildchen,
darauf hingewiesen wurde, dass man sich in
einem 'No Smoking'-Bereich befand.
Entsprechend wurde die fast ausverkaufte Location
während der Set-Pause von einer ganzen
Menge der Besucher für die bekannte Zigarettenpause
verlassen.
Mit dem Rauch-Verbot hatten weder Ana Popovic
noch ihr Tourmanagement etwas zu tun.
Noch Fragen? Ja, natürlich. Die beantwortete
Ana vor dem Konzert im in Kürze folgenden
RockTimes -Interview.